Rund um Bichelsee-Balterswil
Die Gemeinde Bichelsee-Balterswil liegt im Hinterthurgau, von vielen auch gerne Tannzapfenland genannt. Neuerdings wird diese Gegend von Leuten, die glauben, sie seien fortschrittlich, auch als Südthurgau bezeichnet. Dass es sich um eine überaus liebliche Landschaft handelt, zeigt Ihnen das Bild vom Bichelsee.
Klicken Sie auf das schöne Bichelsee-Bild, und Sie sehen, wo sich unser Haus befindet.
Geschichtliches zu den Burgen Alt-Bichelsee, Neu-Bichelsee und zum Landsberg
Die Herren von Bichelsee sind im Jahre 1209 das erste Mal urkundlich erwähnt. Es wird vermutet, dass der Ursprung der beiden Brüder Walter der I. und Eberhard der I. mit dem Ursprung der Herren von Elgg zusammenhängt. Diese edlen Herren waren Dienstleute des Klosters St. Gallen und gehörten zum niederen Adel. Das Gebiet, das die Herren von Bichelsee beherrschten, war um einiges grösser als die Ausdehnung der heutigen Politischen Gemeinde.
Die Burg Neu-Bichelsee
Im Jahre 1250 wurde durch Eberhard I. von Bichelsee das Kloster Tänikon gegründet. In diesen Jahren wurde auch die Burg Neu-Bichelsee gebaut, die aber bereits im Jahre 1273 durch Rudolf von
Habsburg geplündert wurde. Die Burg Neu-Bichelsee wurde nie wieder aufgebaut.
Das Geschlecht der Herren von Bichelsee und Landsberg lässt sich bis ins Jahr 1209 zurückverfolgen. Im Jahre 1315 fielen 3 Ritter der Familie der Herren von Bichelsee und Landsberg in der
Schlacht von Morgarten (auf der Seite der Habsburger). Infolge Finanzsorgen war Walter der IV. gezwungen, zuerst Ländereien und Leibeigene, im Jahre 1358 dann auch die Burg Bichelsee an Hermann
den IV. von Landenberg-Greifensee zu verkaufen.
Die Burg Alt-Bichelsee
Burg Alt Bichelsee
Im Jahre 1407 wurde die Burg Alt-Bichelsee durch die Appenzeller angezündet, aber kurz darauf wieder aufgebaut. 1421 wurde die Burg dann, ebenfalls aus Geldproblemen, an das Kloster Fischingen
verkauft. Die Burg wurde dann bewohnt durch Hans Mettler, Arzt und Lehensmann von Fischingen.
Nach und nach verfiel dann aber die Burg, und ein Chronist schreibt im Jahre 1548 von einem „alt zerfallen Schloss". Die Burg diente dann als Steinbruch. Als im Jahre 1864 die Kirche neu gebaut
und 1877 der Turm erhöht wurde, benutzte man die letzten Reste der Ruine als Baumaterial.
Die Burg Landsberg
Die Gegend der ehemaligen Burg Landsberg
Die Burg Landsberg wurde von Walter dem I. von Bichelsee (1209-1267) um das Jahr 1250 erbaut. Heute liegt diese Burgstelle ca. 100 m nördlich der Gemeindegrenze, auf dem Gemeindegebiet von Wängi.
Die Burg wurde bereits im Jahre 1292, als Walter der II. von Landsberg (1260-1300) Besitzer der Burg war, durch Albrecht von Habsburg, einem Sohn von König Rudolf von Habsburg, zerstört und nicht
etwa, wie oft erzählt wird, in den Appenzellerzügen 1407. Unter zerstören müssen wir uns heute vorstellen, dass alles brauchbare gestohlen wurde, anschliessend wurde die Burg angezündet.
Die Burgruine blieb noch bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts bestehen. Dann wurde sie als Steinbruch zum Bau des Schulhauses Tuttwil und des Restaurants Löwen in Eschlikon gebraucht.
Beim Hof Landsberg befindet sich eine Höhle, die in früheren Jahrhunderten als einer der „Ofensteinbrüche" in Ifwil erwähnt wird. Damals wurden Sandsteinplatten zum Bau von Kachelöfen gebrochen.
In Sagen wird behauptet, es hätte einmal ein Gang bis zur Burg existiert, doch bei der kurzen Benützungszeit der Burg, und auch aus diversen anderen Gründen, ist das lediglich Phantasie. Dass die
Höhle früher höher war und sogar ein Reiter hineinreiten konnte, ist schon eher anzunehmen, wenn man den Eingang in den letzten Jahrzehnten „zuwachsen" sah.
Die Villars-Kuh, eine Kuriosität
Die Villars-Kuh
Einige hundert Meter östlich des Dorfteiles Ifwil steht, etwas oberhalb der Staatsstrasse eine schwarz/weisse Blechkuh, die einmal einen sehr hohen Bekanntheitsgrad erreicht hatte. Eine neue Vorschrift bezüglich Reklame-Tafeln an Strassen verlangte, dass diese altehrwürdige Kuh zu beseitigen sei. Der Amtsschimmel hat aber nicht mit der aufgebrachten Reaktion der „Tierfreunde" gerechnet. Die Gemeindeversammlung hat nach reger Diskussion beschlossen, dass die Reklamekuh, die ein Teil der Ifwiler Identität darstellt, weiter bleiben dürfe. Der Regierungsrat hat dann in salomonischer Weise die Überschrift „Chocolat" zwischen den Blechhörnern der Kuh entfernen lassen, womit der Reklamecharakter - wohl der Hauptgrund für das Dasein - verschwindet; die Voranzeige für die nahe Station Eschlikon bleibt dem Bahnreisenden aber erhalten.
Diese "Volksbewegung" zu Gunsten der Villars-Kuh hatte dann die erfreuliche Folge, dass ein Gratispaket Villars-Schokolade den Weg von der Romandie in die Oberstufenschule Lützelmurg in Balterswil fand.
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